Stiftung bewilligt Fördermittel

Für die Sanierung des historischen Nordportalls der Kirche Sankt Nikolai Kitzen hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dem Förderverein 5000 Euro Fördermittel bewilligt. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Fördervereinsvorsitzende Ingrid Riedel dazu, auch wenn damit die Gesamtkosten für das Vorhaben noch nicht gedeckt sind. Die Restaurierung wird rund 12000 Euro kosten.  Weitere Fördermittel sowie ein Eigenanteil sollen die Finanzierung sichern

Das Nordportal.

Obwohl sich das Nordportal im Gegensatz zum bereits sanierten Südportal unterm Dach befindet, also im Inneren eines Anbaus an der Kirche auf der Seite zum Pfarrhof, hat der Zahn der Zeit daran genagt und eine Auffrischung tut Not. Beide romanische Portale sehen einander ähnlich. Das Südportal war von der Restauratorin Birgit Mühler restauriert worden, die nun auch die Erneuerung des Nordportals übernimmt. Das kann direkt an der Kirche geschehen, weil das Portal wegen der vorhandenen Überdachung nicht ausgebaut werden muss. Das Südportal hatte abgebaut und im Atelier erneuert werden müssen.

Eine Weltmeisterin in Kitzen

Lysann Rücker

Lysann Rücker aus Wuppertal ist Weltmeisterin, Europameisterin und Deutsche Meisterin im Solo-Irish-Dance. Zusammen mit der Göhrenzer Fiddle Folk Family  war sie jetzt zum Konzert in Kitzen. Anknüpfend an die hervorragend besuchten Open-Air-Konzerte des Sommers 2017 zog es auch am letzten Juni-Sonnabend rund 100 Besucher in den idyllischen Pfarrhof an der Kirche St. Nikolai. Das Konzert gepaart mit dem Tanzauftritt der jungen Wuppertalerin gehörte zu Angebot des Fördervereins der Kirche. Die Fiddle Folk Family aus der örtlichen Nachbarschaft ist ja keine unbekannte Gruppe in Kitzen, hatte hier schon Auftritte. Aber erstmals sangen Bettina und Andreas Klingner mit ihren Söhnen Simon und Stephan (Felix, der Jüngste, war verhindert) in Kitzen unter freiem Himmel. „Auf Wunsch eines einzelnen Herrn“, wie Fördervereinsvorsitzende Ingrid Riedel lachend erklärte. Beim vorherigen Auftritt in der Kirche war es so kalt gewesen, dass Andreas Klingner nur mit Mühe die Finger in Schwung brachte, um in die Saiten der Gitarre zu greifen.

Simon, Andreas, Stephan und Bettina Klingner – die Fiddle Folk Family

Das Konzert in der lauen Abendluft bei Weiß- und Rotwein bot sich natürlich für etwas Besonderes an und das war der Auftritt von Lysann Rücker. Auf einer einen Quadratmeter großen Tafel steppt sie zu irischer und amerikanischer Folk Music, was das Zeug hält. „Meine Oma, die in Halle lebt, hat zu mir gesagt, dass ich doch mal versuchen sollte, meine Tänze live zum Konzert einer Band zu zeigen“, erzählte die junge Frau. Sie habe danach gegoogelt und stieß auf die Fiddle Folk Family und deren Musik. Über Stephan Klingner kam der Kontakt zustande und man fand schnell zu einer Zusammenarbeit. Glaubt man dem Internet, dann führte die sogar bis nach Dubai. Ein Scherz allerdings, Lysann hat zwar im Wüstenstaat gesteppt, ab die Musik der Fiddle Folk Family wurde dazugepackt. „Sieht aber echt aus“, meinte Andreas Klingner lachend. Für dieses Video aus dem Pfarrhof Kitzen waren sie aber wirklich zusammen: Konzert in Kitzen

Und noch ein paar bildliche Impressionen vom Konzert:

Verein bekommt Spende von Gastransporteur

Ralf Borschinsky überreicht den Scheck an Ingrid Riedel.

Das Konzert mit dem Leipziger Chor Gospel Changes Ende Mai brachte nicht nur eine riesige Stimmung in die Kitzener Kirche, sondern auch zusätzliches Geld, das für die weiteren Sanierungsarbeiten verwendet werden kann. Die Spende über 200 Euro hat etwas mit Arbeiten zu tun, die derzeit auf Feldern rund um Kitzen zu beobachten sind. Dort werden Trassen für Gasleitungen vorbereitet. Im Moment nehmen noch die Archäologen die Abschnitte unter die Lupe, in denen Gasleitungen verlegt werden sollen. Diese Aufgabe obliegt dem Unternehmen ONTRAS Gastransporte GmbH. „Wir halten es in unserer Firma so, dass wir Vereinen in Orten, in deren Nähe wir bauen, eine kleine Spende zukommen lassen“, sagte ONTRAS-Pressesprecher Ralf Borschinsky und überreichte einen symbolischen Scheck an die Vorsitzende des Fördervereins Kirche Kitzen Ingrid Riedel. Dass es diesen Scheck ausgerechnet bei diesem Konzert gab, war nicht zufällig, denn Borschinsky ist eine der Stimmen in dem Gospelchor. Neben dem Förderverein bekamen zudem noch der DRK Kreisverband für ein Betreuungsprojekt in Wiederau sowie der Elster-Chor Pegau einen Scheck in derselben Höhe. Bei allen drei Spendenempfängern war die Freude natürlich groß.

Musik gab es natürlich auch noch reichlich. Chorleiter Maik Gosdzinski hatte die Damen und Herren des Chores wieder hervorragend eingestellt und führte sie zu einer ausgezeichneten Performance. Lediglich mit seiner Klavierbegleitung bot Gospel Changes sein Repertoire dar und animierte zum Mitmachen, was das Publikum erst zögerlich, aber später begeistert aufnahm. Wunderbar auch die Solostimme von Therese Galetzka.

Der Gospel-Changes-Chor in der Kirche Kitzen – links am Klavier Maik Gosdzinski, rechts Therese Galetzka.

Landkreis überrascht Weihnachten mit Fördermittelbescheid

Der Anbau für die Patronatsloge soll noch einen Weg und einen behindertengerechten Zugang bekommen.

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke, das war auch für den Förderverein für die Kirche Sankt Nikolai in Kitzen nicht anders. Der Landkreis Leipzig bewilligte aus dem europäischen Programm Liaison entre actions de développement de l’économie rurale (zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft), das unter dem Kurznamen „Leader“ bekannt ist, Fördermittel. 30 509,35 Euro sind es exakt, die für die sogenannte Umnutzung der Patronatsloge an der Kirche eingesetzt werden können. Das war sozusagen das Tüpfelchen auf dem I, um die Patronatsloge fertigstellen zu können.

Hier entsteht der Mehrzweckraum in der oberen Etage der Patronatsloge.

Dieser Anbau an der Kirche, der einst die persönliche Loge des Patrons – daher der Name –  für die Teilnahme am Gottesdienst sicherte, damit er sich nicht zum gemeinen Volk setzen musste, stand kurz vor dem Verfall. Die Idee des Fördervereins war, diesen Bereich umzubauen, so dass im Erdgeschoss Toiletten eingerichtet werden und in der ersten Etage ein Mehrzweckraum. Die Toiletten waren bereits im Dezember fertiggestellt worden und konnten schon beim letzten Konzert des alten Jahres genutzt werden. Der Raum oben wird voraussichtlich im Februar zur Verfügung stehen.

Der Zugang zu den Toiletten, die bereits nutzbar sind.

Die Leader-Mittel waren insofern das I-Tüpfelchen, weil der gesamte Umbau rund 130 000 Euro gekostet hat bzw. kosten wird. Nach Auskunft von Ingrid Riedel, Vorsitzende des Fördervereins, hatte der Verein bereits 55 000 Euro einer insgesamt 70 000 Euro betragenden Summe einsetzen können, die aus Denkmalpflegemitteln des Freistaates Sachsen zur Verfügung gestellt wurden. Das Komplizierte an dem gesamten Plan war, dass aus den denkmalpflegerischen Mitteln nur bestimmte Teile des Umbaus der Patronatsloge bezahlt werden durften. „Für den Einbau der Toiletten brauchten wir zwingend die Leader-Mittel“, erklärt Ingrid Riedel. Da dieses Geld relativ spät im Jahr bewilligt und ausgezahlt wurde, war eine Zwischenfinanzierung nötig, um die Arbeiten nicht stoppen zu müssen. „Die haben wir unkompliziert und zinsfrei von der Stadt Pegau bekommen. Dafür bedanken wir uns“, sagt Ingrid Riedel. Aus dem jetzt vom Landkreis überwiesenen Geld kann die Überbrückungssumme an die Stadt Pegau zurückgezahlt werden.

Die Treppe führt zur oberen Etage.

So setzen sich schließlich die zu finanzierenden Baukosten von rund 130 000 Euro aus den jetzt erhaltenen Leader-Mitteln, 55 000 Euro vom Denkmalschutz und 45 000 Euro Eigenmitteln zusammen. Die Eigenmittel stammen aus den Einnahmen der verschiedenen Kulturveranstaltungen im vorigen Jahr, besonders aber aus zahlreichen Spenden an den Verein, unter anderem 7 000 Euro von der Kirchgemeinde. Die 15 000 verbliebenen Euro aus den Denkmalpflegemittel des Landes werden für andere Innenarbeiten in der Kirche eingesetzt.

So sollen die neuen Bänke – noch ohne die Sitzpolsterheizung – aussehen.

Der Kampf um Fördermittel geht in diesem Jahr für den Verein natürlich weiter. Wie Ingrid Riedel sagt, werden bis Ende Januar Mittel beantragt, um die Sitzpolsterheizung realisieren zu können. Sie soll – montiert auf die neuen beziehungsweise aufgearbeiteten Bänke –  künftig die Besucher in der Kirche wärmen. Eine erste Bank als Muster steht bereits in der Kirche. 14 weitere Bänke sind bereits für 2018 in Auftrag gegeben worden. Angeschafft werden sollen zudem 50 bis 60 neue Stühle, die ebenfalls eine Sitzpolsterheizung bekommen sollen. Allerdings können die mit Strom „gefütterten“ Heizungen erst angeschlossen werden, wenn die Elektroanlage in der Kirche erneuert worden ist. Geht alles gut und die Fördermittel dafür werden im Laufe dieses Jahres bewilligt, könnte die Sanierung der Elektroinstallation 2019 erfolgen. Es wird also noch etwas dauern, ehe die wärmenden Sitzflächen zur Geltung kommen können. Die erneuerten Bänke sollen letztlich übrigens wieder einen Farbanstrich in einem Grauton bekommen. Die exakte Farbmischung muss noch mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt werden.

Das Nordportal soll saniert werden.
Das bereits sanierte Portal auf der Südseite.

Was passiert noch in diesem Jahr? Neben den Vorarbeiten für die Erneuerung des Innenputzes soll 2018 das romanische Nordportal saniert werden. Das Südportal ist ja bereits saniert worden. Das Nordportal sieht ähnlich aus, befindet sich aber nicht im Freien, sondern ist durch den Vorbau an der Seite zum Pfarrhof geschützt. Dennoch macht sich eine Erneuerung notwendig. Dafür sind die Fördermittel bereits beantragt worden.  Die Arbeiten sollen rund 12 000 Euro kosten. 1000 Euro als Eigenbeteiligung des Vereins liegen schon bereit. Die Restauratorin Birgit Mühler soll die Aufgabe übernehmen. Sie hat bereits das Südportal aufgearbeitet. Im Unterschied dazu muss das Nordportal aller Voraussicht nach nicht abgebaut und in ihre Werkstatt gebracht werden, sondern kann – weil wettergeschützt – an Ort und Stelle bearbeitet werden. Ingrid Riedel hofft, dass die notwendige Finanzierung im April von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bewilligt wird.

Die Decke muss noch einen neuen Anstrich bekommen.

Schließlich soll im Laufe des Jahres auch noch ein ordentlicher Weg zur Patronatsloge gelegt werden, einschließlich einem behindertengerechten Zugang zum Eingang der Patronatsloge. An der Stelle ist noch immer eine beträchtliche Schwelle, die den Zugang zu den Toiletten für Menschen mit Handicap erschwert, wenn nicht gar unmöglich macht. Der Vereinsraum in der oberen Etage wird jedoch nur über eine Treppe erreichbar sein, die Anfang Januar eingebaut worden ist. Möglichst dieses Jahr soll auch noch der Deckenanstrich in der Kirche erfolgen. Die bietet derzeit aufgrund der Erneuerung einzelner Deckenteile einen scheckigen Anblick. Allerdings ist die Finanzierung dafür bislang nicht geklärt.

Was passiert 2018?

Die schwierigen Jahre für die Sanierungsvorhaben des Fördervereins der Kirche Sankt Nikolai reißen nicht ab. Wie Vereinsvorsitzende Ingrid Riedel sagte, bleibt es beim komplizierten Kampf um die Fördermittel. Ohne die ist an einen Fortgang der Sanierung gar nicht zu denken. „Wir werden uns im Jahr 2018 vor allem auf die Beantragung der Fördermittel konzentrieren, die für die Innensanierung der Kirche gebraucht werden“, erklärte die Vereinsvorsitzende. Dabei geht es um die Erneuerung der Elektrik ebenso wie um den Einbau einer Heizung und um neue Stühle.

Was die Heizung betrifft, da gibt es mittlerweile klare Vorstellungen im Verein. Im Zuge der Sanierung der Bänke soll das geschehen. Sie erhalten während der Sanierung Polsterung, in die die Heizung integriert wird. Die Erneuerung der Bänke wird sich nach den Worten Ingrid Riedels über das Jahr 2018 hinweg ziehen. Wirklich nutzbar wird die Heizung ohnehin erst sein, wenn die elektrische Anlage der Kirche erneuert ist. Und das wird erst im darauffolgenden Jahr beginnen. Die Erneuerung der Elektrik kann nur über das europäische Förderprogramm „Leader“ finanziert werden. Damit es 2019 genutzt werden kann, müssen im Jahr 2018 die Anträge erarbeitet und eingereicht werden.

Zu den Zielen im neuen Jahr gehört auch die Sanierung des romanischen Nordportals. Das befindet sich zwar im Inneren des Kircheneingangs vom Pfarrhof her, muss aber dennoch aufgefrischt werden. Dieses Vorhaben ist mit 12000 Euro veranschlagt. Dieses Geld hat der Förderverein bei der Deutschen Stiftung Denkmalpflege beantragt. Ingrid Riedel rechnet damit, dass die Bearbeitung des Antrages sich über das erste Halbjahr hinziehen wird.

Dennoch gibt es Fortschritte zu verzeichnen. 2017 ist bekanntlich an der Patronatsloge gearbeitet worden. Die dort eingebauten Toiletten sind bereits nutzbar, die weiteren Räumlichkeiten werden im neuen Jahr eingerichtet.

Erfreulich ist, dass nicht für alle Arbeiten, die 2018 ausgeführt werden sollen, auf die Fördermittel gewartet werden muss. Laut Ingrid Riedel hat sich die Stadt Pegau bereiterklärt, Geld für eine Zwischenfinanzierung zur Verfügung zu stellen, das dann zurückgezahlt wird, sobald die Fördermittel abgerufen werden können.

Ein wunderbarer Tag

Der Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017, an dem der Förderverein nun schon traditionell beteiligt ist, gestaltete sich für den Förderverein als eine wunderbare Veranstaltung. Führungen in der Kirche, das Konzert mit dem Hardtchor aus Zwenkau und das gesellige Beisammensein im Pfarrhof verfehlt nicht ihre Anziehungskraft. Zeitweise vereinte der Tag gleichzeitig mehr als 100 Menschen an der Kirche. Herausragend auch der ökumenische Gottesdienst, der zum Auftakt des Tages gefeiert wurde.  Begangen wurde an dem Tag auch das zehnjährige Bestehen des Vereins sowie das Jubiläum 920 Jahre Kirche Kitzen. Außerdem beging Siegwald Bielesch, einer der Initiatoren des Fördervereins, seinen 80. Geburtstag.

Einige Impresionen des Tages:

Der Auftritt des Hardtchores in der Kirche zum Tag des offenen Denkmals. (Foto: Karola Modl)
Die Besucher fühlten sich wohl auf dem Pfarrhof.
Zeit für gute Gespräche.

 

Ein besonderes Ständchen brachten die Tänzerinnen für Siegwald Bielesch.

 

Mit dem Sonnenuntergang war der Tag noch lange nicht zu Ende.

Feiner Rock im Pfarrgarten

Ein wunderbares Ambiente bot sich zum abendlichen Konzert mit Tino Standhaft und Norman Daßler im Pfarrhof der Kirche.

Das dritte Freiluftkonzert des Fördervereins in diesem Sommer war erneut ein erfolgreicher Abend. Wieder war auf den Wettergott Verlass. Mehr als 100 Besucher waren am 19. August in den Pfarrhof der Kirche Sankt Nikolai in Kitzen gekommen, genossen das wunderbare Ambiente des beleuchteten Hofs in der hereinbrechenden Dämmerung. Bei dem einen oder anderen Glas Wein, Fettschnitten und Wienern stimmten sich die ersten schon gut eine Stunde vor Konzertbeginn auf den Abend ein,

Gut besucht war das dritte Freiluftkonzert dieses Sommers.

Dieses Mal gab es feinen Rock der 1960er und 1970er Jahre, dargeboten von Tino Standhaft  und Norman Daßler. Die beiden Rockmusiker aus Leipzig entlockten ihren Gitarren Klänge, die Größen der Rockgeschichte, lebende wie schon verstorbene,  auf die kleine Bühne brachten. Titel von Eric Clapton, Jimmy Hendrix oder Neil Young erklagen genau so wie Songs der Rolling Stones oder von Creedence Clearwater Revival (CCR). Letztere kamen mit Proud Mary zur Geltung. CCR hatte den Titel 1969 veröfffentlicht. Ein Jahr später griffen auch Ike&Tina Turner sowie Elvis Presley den Titel auf. Tina Turner sorgte in den 1980er Jahhre noch einmal für einen Neuauflage. Laut Rockmagazin Rolling Stone belegt der Sonng unter den 500 besten Rocksongs aller Zeiten Platz 155.

Tino Standhaft (r.) und Norman Daßler

Tino Standhaft gab dem Lied wie bei allen anderen Titeln eine eigene Note und seinem Begleiter Norman Daßler immer wieder die Chance, sein fantastisches Gitarrenspiel erklingen zu lassen. Ebenso großartig zelebrierten sie einen der bekanntesten Titel von Mister Slowhand Eric Clapton – Layla. Nicht weniger eindrucksvoll präsentierten sie Neil Youngs Nummmereins-Hit Heart of Gold.

Fast zweieinhalb Stunden lang unterhielten Standhaft&Daßler das Publikum im Pfarrhof, und erst mit einer ordentlichen Zugabe durften sie sich verabschieden.

Tino Standhaft spielte und sang die alten Rocktitel auf eigene, aber eben wunderbare Weise.
Norman Daßler begeisterte das Publikum mit seinem großartigen Gitarrenspiel.

Dixieland im Pfarrhof am 30. Juli 2017

Die Old Fair City Stompers im Pfarrhof Kitzen beim Konzert am 30. Juli 2017.

Was für ein Abend. Das Wetter hielt. Ein paar Wolken zogen über den Himmel, aber kein Regen weit und breit. Um 19 Uhr noch immer Temperaturen von deutlich über 20 Grad. 120 Besucher fanden den Weg in den Pfarrhof zum Freiluftkonzert mit den Old Fair City Stompers aus Leipzig.  Die Uralt-Dixieland-Formation hielt, was sie versprach. Der New-Orleans-Stil kam an bei den Gästen. Die acht Musiker, angeführt von Udo Bayer, der nicht nur das Banjo zupfte und für den Gesang verantwortlich zeichnete, sondern auch launig durch die musikalische Reise führte. Dabei zeigten die Stompers jede Menge Humor. Witzig, zum Mackie-Messer-Song den Text zu singen: An der Saale hellem Strande …

Bemerkenswert noch: An der Klarinette überzeugte Gerhard Collini. Bemerkenswert deshalb, weil der Mann im Dezember 90 Jahre alt wird, aber noch ausreichend Puste hat und hervoragende Motorik in den Fingern, um das Instrument wunderbar zu spielen. Und der auch im hohen Alter die Standhaftigkeit hat, mehr als zwei Stunden auf der Bühne zu stehen. Hut ab und tiefe Verbeugung!!

Gerhard Collini, fast 90 Jahre alt, an der Klarinette.
120 Besucher waren begeistert von den Stompers.
Udo Bayer am Banjo führte launig durch das Programm.
Klaus König an den Drums.

Kabarett mit Stefan Linke

Passt zu einem Samstagabend – Kabarett mit Stefan Linke. Wortakrobatisch wie sein Vorbild Hansgeorg Stengel, den er auf der Bühne aufleben lässt, setzt er dem Publikum  zu. Die Sprachschluderein greift er ebenso auf wie einst Stengel. Beim Bäcker lässt er sich allen Kuchen aus der Auslage einpacken und auf die Forderung der Verkäuferin nach 40 Euro legt er 80 Cent hin. „Steht doch hier: Alle Kuchen 80 Cent!“ Politik bekommt ihr Fett weg, egal ob Kanzlerin Merkel oder der britische Brexit. „an Worten satt“ heißt das Programm, mit dem er am 22. April 2017 in der Kirche Kitzen auftrat. Gesicht und Hände sind beim Kochen seines kabarettistischen Eintopfs ständig in Bewegung. Da bleibt denn auch kein Auge trocken beim Blick auf Mimik und Gestik und kein Wort ungehört. Schaut euch das Gesicht an!

 

Vorhaben 2017

Ein neuer Anlauf

Die Vorhersage, dass das Jahr 2016 ein schwieriges Jahr wird, erweist sich im Nachhinein als gelinde Untertreibung. Das Engagement des Fördervereis für die Sanierung der Kirche wurde jäh ausgebremst. Aufgrund fehlender Fördermittel hat es im Prinzip keinen Fortschritt bei der Sanierung der Kirche gegeben. Wie Vereinsvorsitzende Ingrid Riedel sagt, wurden vor allem die beantragten Bundesfördermittel nicht bewilligt. Die Begründung: Der Verein konnte nicht berücksichtigt werden.

Kirche
Die Veränderungen an der Kirche Kitzen sind unübersehbar: links Anfang 2014, Mitte Anfang 2015, rechts aktuell.

Das führte auch dazu, dass der Antrag auf Geld aus dem europäischen Förderprogramm Leader im vorigen Jahr wieder zurückgezogen werden musste, da die Gesamtfinanzierung zur Sanierung der Patronatsloge nicht mehr gesichert war. So gelang es lediglich, in Eigeninitiative Wasser- und Abwasserleitungen zur Patronatsloge zu legen. Die Patronatsloge soll ja so ausgebaut werden, dass ein Raum für den Verein entsteht und dass endlich das Toilettenproblem gelöst werden kann. Bislang müssen zum Beispiel bei Veranstaltungen die Toilette im Pfarrhaus genutzt werden oder eine Dixi-Toilette. „Aber wir unternehmen einen Anlauf“, sagt Ingrid Riedel optimistisch.

Gute Nachrichten
Details
Details der Sanierung an der Kirche – die schön herausgearbeiteten Bogensteine.

Ihr Optimismus resultiert daraus, dass es eine erfreuliche Nachricht für 2017 gibt. „Im Dezember 2016 ist uns aus dem Sonderförderprogramm des Freistaats Sachsen eine Summe von 70 000 Euro bewilligt worden“, sagt Ingrid Riedel. Jetzt werde man auch wieder die Mittel aus dem Leader-Programm beantragt. Eine weitere gute Nachricht ist, dass die bereits im vorigen Jahr von der privaten Katharina-und-Gerhard-Hoffmann-Stiftung zugesagten und nicht verbrauchten 5000 Euro mit ins neue Jahr genommen werden können. Darüber hinaus gibt es Hoffnung, aus derselben Quelle noch weitere 10 000 Euro zu bekommen. Das Geld aus der Stiftung sowie aus dem Leader-Programm wird benötigt, um die Auflage des Freistaats zu erfüllen, die zur Verfügung gestellte Summe mit 20 Prozent aus Eigenmittel zu ergänzen.

Die Patronatsloge
Loge
Blick in die Patronatsloge mit der nach oben führenden Treppe.

 

Ingrid Riedel geht davon aus, dass das zur Verfügung stehende Geld ausreicht, um die Patronatsloge in diesem Jahr wirklich fertigzustellen. „Wir müssen möglichst im März mit den Arbeiten beginnen und zuerst die denkmalpflegerischen Aufgaben erledigen“, erklärt sie. Das bedeutet die Sanierung der Fassade, der Fenster und der Tür. Die muss übrigens verlängert werden. Im Moment ist die Stufe zum Eingang zur Patronatsloge 40 Zentimeter hoch. Um den Zugang wenigstens ein bisschen behindertenfreundlicher zu gestalten, soll das zu übersteigende Niveau auf 15 bis 20 Zentimeter verringert werden.

Wappen
Die Jahreszahl weist auf die Entstehunng des Anbaus mit der Patronatsloge hin.

Im zweiten Schritt muss der Fußbodenaufbau komplett erneuert werden, ebenso die Decke und die Treppe. Neu aufgebaut werden muss auch die Wand zum Kirchenraum. Die Wand war irgendwann einmal weggerissen worden und ist später mit einer Art Fachwerk mit Lehmfüllung wieder aufgebaut worden. „Wird sie nicht neu errichtet, fällt sie eines Tages in sich zusammen“, kommentiert Ingrid Riedel den Schritt.

Wie geht es innen weiter?
Wunderschön aufgearbeitetes Fenster in der Kirche.

Es hängt von der Möglichkeit, mehr Geld aufzutreiben, ab, wie es innen weitergehen kann. Im Moment muss davon ausgehen, dass die angestrebte Erneuerung der Elektronanlage und der Einbau einer Heizung noch eine Weile warten muss. Vielleicht kann in diesem Jahr noch eine Aufgabe in Angriff genommen werden, bei der Eigenleistungen und Spenden nützlich sein könnten. „Es geht um die Bänke“, sagt Ingrid Riedel. Die müssen dringend aufgearbeitet werden. „Vielleicht findet sich jemand, der über die notwendigen handwerklichen Voraussetzungen verfügt und die Aufgabe übernehmen kann. Spenden für die Bänke sind natürlich auch willkommen“, erklärt die Vereinsvorsitzende.