{"id":37,"date":"2017-01-21T16:10:51","date_gmt":"2017-01-21T16:10:51","guid":{"rendered":"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/?page_id=37"},"modified":"2025-11-16T10:17:10","modified_gmt":"2025-11-16T10:17:10","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/?page_id=37","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<h2>Eingemeindung 1913<\/h2>\n<p>Erst mit der Eingemeindung von Hohenlohe kam Kitzen zu einer Kirche. Allerdings geh\u00f6rte der alte Ort Kitzen schon immer zum Kirchengebiet. 1913 wurde das bis dahin eigenst\u00e4ndige Hohenlohe nach Kitzen eingemeindet. Die Kirche St. Nikolai zu Hohenlohe steht auf einer Anh\u00f6he. Von ihr aus war der gesamte ehemalige Vogteibezirk, der sogenannte &#8222;Buddel&#8220;, der zum Einzugsgebiet der Kirche geh\u00f6rt, zu \u00fcberblicken.<\/p>\n<h2>Wie alt?<\/h2>\n<p>&#8222;Wir sind weit entfernt von Ergebnissen. Zum Beispiel, wie alt die Kirche ist. Da haben wir nur vage Vorstellungen.&#8220; Mit diesen Worten er\u00f6ffnete Thomas Westphalen, Leiter der Abteilung Arch\u00e4ologische Denkmalpflege im s\u00e4chsichen Landesamt f\u00fcr Arch\u00e4ologie, im September 2013 ein Symposium \u00fcber die Erkenntnisse aus den Ausgrabungen und weiteren Forschungen zur Kirche Kitzen.<\/p>\n<p>Nun, was f\u00fcr die Arch\u00e4ologen eine vage Vorstellung ist, das ist f\u00fcr den Laien schon mal eine ziemlich konkrete Angabe. Diana H\u00e4rtrich vom s\u00e4chsischen Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege hat in einem Vortrag am 23. M\u00e4rz 2014 in Kitzen den Zeitpunkt der Entstehung auf die zweite H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts gelegt. Also irgendwann zwischen 1150 und 1200 wurde mit dem Bau begonnen. Mehr als 800 Jahre sp\u00e4ter erscheint uns das schon eine klare zeitliche Vorstellung. Drei Bauphasen haben die Forscher erkannt. Sie lagen demnach im 12. und im 13. Jahrhundert. So ist der Ursprung romanisch, w\u00e4hrend die dritte Bauphase bereits in die Zeit der Fr\u00fchgotik f\u00e4llt.<\/p>\n<h2>1. Bauphase<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-82\" src=\"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche011-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche011-300x200.jpg 300w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche011-768x512.jpg 768w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche011-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche011-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche011.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 85vw, 440px\" \/><\/p>\n<p>Die arch\u00e4ologischen Untersuchungen haben zuallerst einmal eine klare Vorstellung davon gebracht, wie der Grundriss der ersten Kirche zu Hohenlohe ausgesehn hat. Wie Diana H\u00e4rtrich schilderte, war der Kirchenbau f\u00fcr ein Dorf von damals schon ein gewaltiges Bauwerk. Letztlich entstand eine Kirche, die rund 30 Meter lang ist und einen etwa 20 Meter hohen Turm hat. Damit war sie schon ein beachtliches Geb\u00e4ude. &#8222;Es handelt sich um eine Saalkirche mit eingezogenem Chor&#8220;, schildert H\u00e4rtrich. Die auf dem Grundriss rechts (Ostseite)zu erkennende Apsis ist allerdings laut der Denkmalpflegerin lediglich eine Annahme. Einen arch\u00e4ologischen Beweis hat man bislang nicht gefunden, dass der erste Bau eine solche Apsis hatte. Es k\u00f6nnte auch einen geraden Abschluss gegeben haben. Beweise fanden die Wissenschaftler allerdings daf\u00fcr, dass der Turm mit Doppelarkaden zum Saal hin ge\u00f6ffnet war. Schon damals wurde ein umlaufender Rundbogenfries als architektonische Besonderheit eingearbeitet. Das gilt als sehr aufw\u00e4ndige Arbeit. Die damaligen Eing\u00e4nge befanden sich an der S\u00fcd- und an der Nordseite, unmittelbar am \u00dcbergang vom Turm zum Saal als einfache Rechtecke, die mit einem Quersturz oben abgeschlossen waren. Nicht mehr rekonstruierbar ist nach den Worten vo Diana H\u00e4rtrich, ob die Kirche in der ersten Bauphase Fenster hatte. Der Turm war in der Zeit ein Stockwerk niedriger, als wir ihn heute kennen.<\/p>\n<h2>2. Bauphase<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-83\" src=\"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche012-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"452\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche012-300x200.jpg 300w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche012-768x512.jpg 768w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche012-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche012-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche012.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 85vw, 452px\" \/><\/p>\n<p>Diese zweite Bauphase wird von den Wissenschaftlern zwischen 1200 und 1220 eingeordnet. Dass es nach diesem Umbau eine Apsis gegeben hat, konnten die Arch\u00e4ologen bei ihren Ausgrabungen nachweisen, sagte Diana H\u00e4rtrich. Auch die plastischen Dekore an den Portalen lassen sich in diesen Zeitraum einordnen. Anhand dieser Details gelang die Einordnung in die genannte Zeitschiene. Das s\u00fcdliche Portal ist ja in den vergangenen Jahren restauriert worden. Das Nordportal ist gut erhalten, weil dieser Bereich durch eine angebaute Eingangshalle gesch\u00fctzt ist. In dieser Bauphase ist auch wieder der Rundbogenfries aufgegriffen worden, was heute noch von au\u00dfen zu sehen ist. Laut der Wissenschaftlerin ist es selten, dass so eine architektonische Besonderheit erhalten bleibt, weil sie zerst\u00f6rischen Witterungseinfl\u00fcssen ausgesetzt ist.<\/p>\n<h2>3. Bauphase<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-84\" src=\"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche013-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"453\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche013-300x200.jpg 300w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche013-768x512.jpg 768w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche013-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche013-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche013.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 453px) 85vw, 453px\" \/><\/p>\n<p>Die dritte Bauphase wird auf den Zeitraum zwischen 1230 und 1250 datiert.Der Chorraum wurde verl\u00e4ngert, die Apsis wieder entfernt und ein gerader Abschluss geschaffen. Bemerkenswert ist, dass der Chorraum elf Fenster bekommen hat, je vier auf der S\u00fcd- und der Nordseite sowie die drei heute noch vorhandenen spitzbogigen Fenster hinter dem Altar. Die Best\u00e4tigung f\u00fcr die je vier Fenster an den Seiten haben die Forscher mit einem zugemauerten Fenster im Bereich der sp\u00e4ter angebauten Sakristei gefunden.<\/p>\n<h2>Sp\u00e4tere Bauarbeiten<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-85\" src=\"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche014-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche014-300x200.jpg 300w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche014-768x512.jpg 768w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche014-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche014-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche014.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 85vw, 449px\" \/><\/p>\n<p>In dem Bild sind die Grundrisse der drei Bauphasen \u00fcbereinander gelegt und zeigen die Ver\u00e4nderungen, vor allem auch der Gr\u00f6\u00dfe der Kirche. In sp\u00e4teren Jahrhunderten gab es weitere Ver\u00e4nderungen. Aber die waren nicht so gravierend wie die in den ersten drei Bauphasen w\u00e4hren der 100 Jahre im 12. und 13. Jahrhundert. (Die Zeichnungen wurden vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege angefertigt).<\/p>\n<p>Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist an der S\u00fcdseite des Chorraumes die Sakristei angebaut worden. Noch heute findet sich an ihrer S\u00fcdseite gotisches Steinbildwerk mit Ma\u00dfwerkverziehrung. Allerdings ist das inzwischen stark verwittert. M\u00f6glicherweise geh\u00f6rte es zu den ehemaligen Chorschranken. Die Chorschranken trennten den Raum f\u00fcr das Priester- oder M\u00f6nchskollegium vom \u00fcbrigen Kirchenraum ab.<\/p>\n<p>An der Nordseite des Chorraumes befand sich seit langer Zeit die &#8222;Kitzner Kapelle&#8220;. Das war die Patronatsloge der Rittergutsbesitzer von Kitzen. Der heute zu sehende Bau stammt von 1822. Das weist auch die Jahreszahl \u00fcber dem Eingang aus. Ebenso ist dort das Wappen des damaligen Rittergutsbesitzers zu sehen. Die Verbindung von Kapelle und Chorraum wurde bei der Entfernung der bauf\u00e4lligen Emporen verschlossen.<\/p>\n<h2>Die Orgel<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-87\" src=\"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche015-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche015-300x200.jpg 300w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche015-768x512.jpg 768w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche015-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche015-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche015.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-88\" src=\"http:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche016-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche016-300x200.jpg 300w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche016-768x512.jpg 768w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche016-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche016-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/interkirche016.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/>Im Gottesdienst oder auch bei Konzerten erklingt eine pneumatische Orgel mit 16 Registern, die vom Z\u00f6rbiger Orgelbauer Wilhelm R\u00fchlmann (1842 bis 1922) errichtet wurde. R\u00fchlmann lernte bei seinem Vater das Orgelbauhandwerk und war 1860 Geselle beim Wei\u00dfenfelser <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Ladegast\"><br \/>Friedrich Ladegast<\/a><br \/>(1818 bis 1905), der zu den bedeutendsten deutschen Orgelbauern gez\u00e4hlt wird. Unter anderen stammt der Neubau der Orgel von 1853 im Merseburger Dom von Ladegast. R\u00fchlmann baute neben anderen zum Beispiel die Orgeln in der St.-Agnus-Kirche in K\u00f6then und der Lutherkirche in Bad K\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die Bilder zeigen die Orgel auf der Empore genau gegen\u00fcber dem Altarraum mit dem Altar und den dahinter befindlichen schmalen hohen Fenstern.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcngliche Orgel der Kitzener Kirche stammte aus dem Jahr 1680. Sie ist nicht mehr vorhanden. Das jetzige Instrument wurde urspr\u00fcnglich f\u00fcr die hallesche Garnisonskirche gebaut und zwar 1902. 1927 wurde sie in einer Kirche in Erfurt installiert. Erst 1937 ist sie dann nach Kitzen umgesetzt worden. Nach einer umfangreichen Sanierung kann die Orgel Seit September 2025 wieder gespielt werden.<\/p>\n<p>Mehr zur Orgel: <a href=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/?p=1547\">Orgel im Anflug<\/a> und\u00a0 <a href=\"https:\/\/sanktnikolaikitzen.de\/?p=1606\">Wind weht durch die Pfeifen<\/a>\u00a0<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eingemeindung 1913 Erst mit der Eingemeindung von Hohenlohe kam Kitzen zu einer Kirche. Allerdings geh\u00f6rte der alte Ort Kitzen schon immer zum Kirchengebiet. 1913 wurde das bis dahin eigenst\u00e4ndige Hohenlohe nach Kitzen eingemeindet. Die Kirche St. Nikolai zu Hohenlohe steht auf einer Anh\u00f6he. 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