Gospel Changes wie neu

Mit viel Bühnenpräsenz zeigte sich der Chor dem Kitzener Publikum.

Ein Stück weit neu erfunden präsentierte sich der Leipziger Chor Gospel Changes am Sonntag (27. September 2026) in der Kitzener Kirche beim Kultursonntag des Fördervereins. Die neue Chorleiterin Simone Grundmann hat neue Aspekte in die Auftritte gebracht, die für all jene, die den Chor schon einmal früher erlebt hatten, positiv überraschend daher kamen. Sänger und Chorsprecher Ralf Borschinsky: „Es ist so, dass Simone Grundmann frischen Wind in den Chor gebracht hat. Vor allen legt sie Wert auf eine stärkere Bühnenpräsenz.“ Zum Ausdruck kommt das in Form von Gestik und Körpersprache. Seinen Worten zufolge wird das Piano sparsamer eingesetzt, so dass der Chorgesang besser zur Geltung kommt. Das reichte schließlich bis zum A-Capella-Gesang.

Simone Grundmann präsentierte sich nicht nur als Chorleiterin, sondern mit ihrem für Gospel wie geschaffenem Mezzosopran als Solistin.

Der Konzerttitel „Gospel around the World“ wurde für das Konzert gewissermaßen mit einem Untertitel unterlegt. Man habe den Auftritt unter das Motto Frieden gestellt, sagte Grundmann. So gesellten sich zu bekannten Gospel-Songs Rezitationen. Zum Beispiel zu den Klängen von „Go down Moses“ waren das Friedenszitate bekannter Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer und Indira Ghandi sowie aus der Bibel. Dazu kam eine Variation des Gleichnisses von „Die drei Siebe“, das dem griechischen Philosophen Sokrates zugeschrieben wird und das sich gegen Lüge und Klatsch wendet.

Viola Grandke begleitete den Chor am Piano.

Mehr als 80 Besucher in der Kirche waren angetan von dem gut 70-minütigen Auftritt des Chors, der in einer Zugabe gipfelte, bei der Grundmann das Publikum zum Background-Chor bei dem Coldplay-Titel „And so we pray“ machte. So endete das Konzert in gegenseitigem Beifall und Jubelrufen.

Dorfladen bekommt Geld

Das finanzielle Fundament für das Projekt Dorfladen in Kitzen bekommt einen soliden Pfeiler. Aus dem europäische LEADER-Programm hat der Freistaat Sachsen jetzt Fördermittel zur Verfügung gestellt. Der Zuwendungsbescheid über 129.381,62 Euro liegt dem Förderverein, der das Vorhabend initiiert hat und vorantreibt, seit wenigen Tagen vor. „Damit können wir nun gezielt weiterbauen, damit der Laden im kommenden Jahr eröffnet werden kann“, sagte Vereinsvorsitzende Ingrid Riedel. Ergänzt wird die Finanzierung mit einem Eigenanteil von wenigstens 40.000 Euro.

Sie gehören zu den fleißigen Helfern beim Ausbau des künftigen Dorfladens: Werner Reutter, Andreas von Holten, Gerald Ruffert und Andreas Arnold (v.l.)

Dafür ist der Verein noch auf weitere Einnahmen, zum Beispiel in Form von Spenden angewiesen. Bislang ist der Fonds für das Projekt Dorfladen mit 30.000 Euro gefüllt. Unter anderem haben neben den zahlreichen Spenden von Vereinsmitgliedern und anderen Unterstützern des Vorhabens die Einnahmen aus dem bereits dreimal veranstalteten Marktfrühstück beigetragen.

Einer von zwei Räumen im Untergeschoss, in denen im nächsten Jahr gut gefüllte Regale stehen sollen.

Auf einer Fläche von rund 50 Quadratmetern entsteht ein kleiner Einkaufsmarkt, der vom Groitzscher Rewe-Händler Michel Fritzsche betrieben werden soll. Er wird dafür sorgen, dass es in den Regalen mindestens 700 Produkte an sieben Tagen in der Woche gibt, wobei das Geschäft rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag, zugänglich ist. Im Angebot sind auch zahlreiche Frischeprodukte wie Obst und Gemüse, Backwaren, Molkerei- und Fleischprodukte.

Unermüdlich treppauf und treppab unterwegs im Gebäude des künftigen Minimarktes ist Siegwald Bilesch.

Der Dorfladen wird ohne ständig vor Ort präsentes Personal betrieben. Der Zugang erfolgt mittels EC-/Kreditkarte, mit der auch die gekauften Waren an der elektronischen Selbstbedienungskasse bezahlt werden. Der Laden entsteht im einstigen Pförtnergebäude des früheren Kreisbetriebes für Landtechnik an der Kitzener Ernst-Thälmann-Straße. Der Förderverein hat dafür das Gebäude von der Agrarprodukte Kitzen gekauft.

In der oberen Etage entsteht ein Sportraum.

Bereits jetzt laufen Bauarbeiten insbesondere im Innenbereich. Dabei handelt es sich um Eigenleistungen von freiwilligen Helfer aus den Reihen des Vereins. Die Fördersumme wird vor allem dazu dienen, die folgenden größeren Aufgaben wie Dachdeckung und Putzarbeiten am Gebäude sowie den Bau der Stellplätze für Autos voranzutreiben. Sind die Bauarbeiten am Gebäude beendet, wird sich Rewe um die eigentliche Ladeneinrichtung kümmern. Zusätzlich zu den Ladenräumen wird in der oberen Etage ein Raum für Bewegungssport eingerichtet.

Bislang noch wenig ansehnlich ist das Gebäude für den künftigen Dorfladen in Kitzen. Aber die Arbeiten sind im Gang und Fördermittel bereits zugesagt.

In Kitzen wieder eine Einkaufsstätte für Lebensmittel zu haben, wird bereits seit Jahren sowohl vom Siedlerverein als auch vom Förderverein verfolgt. Bisherige Pläne, zum Beispiel die Einrichtung eines kleinen n Supermarktes nach Vorbild von Nahkauf- oder Diskamärkten, waren in der Vergangenheit an verschiedenen Hürden gescheitert. Das jetzige Projekt hat nun nahezu alle Voraussetzung erfüllt, um erfolgreich umgesetzt werden zu können.

Verein ausgezeichnet

Den Preis „Goldener Kirchturm“, dotiert mit 5000 Euro, konnten Mitglieder des Fördervereins der Kirche Sankt Nikolai in Erfurt entgegennehmen. Foto: Gerd Wippert

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland hat am Sonnabend, 19. September 2026, in Erfurt sechs Vereine, die sich um die Sanierung von Kirchen kümmern, ausgezeichnet. Im Wettbewerb „Der lange Atem“ vergab die Jury den Hauptpreis „Der goldene Kirchturm“ an den Förderverein der Kirche Sankt Nikolai Kitzen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. 44 Kirchbauvereine hatten für die Preisvergabe Bewerbungen eingereicht. Ingrid Riedel, Vorsitzende des Kitzener Fördervereins, war mit einer kleinen Delegation von Vereinsmitglieder nach Erfurt gereist und konnte unter viel Beifall den Scheck und die Auszeichnungsurkunde entgegennehmen. Und so haben wir uns bei der Veranstaltung selbst vorgestellt:

Zuerst ist das Brett leer, nur der Pfarrer steht auf dem Mittelfeld. Dieser Pfarrer braucht selbstverständlich eine Kirche, und diese gehört in ein Dorf. Damit ist auch schon das Ziel des Spiels beschrieben, das vor einigen Jahre auf den Markt kam. 45 bis 50 Euro kostet das Brettspiel mit dem Namen „Lass die Kirche im Dorf“.
Der Spieler, der zuerst ein zusammenhängendes Dorf mit Kirche gebaut hat, ist der Gewinner.

Wir haben es in Kitzen etwas anders gemacht. Denn das Dorf war bereits da, die Kirche im Prinzip auch.

Aber eben nur im Prinzip. Sie drohte, in sich zusammenzufallen. Und das Schlimmste daran, das Bauwerk gehörte niemandem. Genau das war der Zustand vor knapp 20 Jahren.

Man müsste die Kirche sanieren, dachten sich manche damals. Ja, müsste! Der Zustand war wie in einer Familie am Samstagvormittag. Man müsste mal wieder saubermachen. Aber keiner steht auf vom Frühstückstisch. Alle haben nur Blick für ihre Kaffee- oder Kakao-Tasse.

Ein zehn Jahre zuvor nach Kitzen gezogenes Paar, Ingrid Riedel und Siegwald Bielesch, waren die ersten, die den Blick von der Kaffeetasse und über den Tellerrand hinaus erhoben. Ein ernsthafter Prozess des Nachdenkens begann.

Erste Frage: Wie saniere ich einen Kirche, die niemandem gehört? Erste Antwort: Man erwirbt das Eigentum.

Zweite Frage: Wie wird man Eigentümer von etwas, das niemandem gehört? Antwort: Man nehme einen Euro und erwerbe es vom Freistaat Sachsen, der die Kirche zwar auch nichts besaß, aber mangels Besitzer eine Art Verwahrer war.

Der Plan war schließlich fast einfach. Wir gründen einen Verein, was im November 2007 mit 15 Mitgliedern geschah, und wir kaufen die Kirche. So geschehen und siehe, die ersten beiden Schritte waren aus heutiger Sicht leicht.

Aber es waren eben erst die Mühen der Ebene. Denn es machte sich schnell bemerkbar, dass die Verwirklichung eine solchen Plans wie eine Radsportetappe mit Bergankunft ist. Die eigentlichen Mühen beginnen mit dem langen Anstieg hin zum Ziel. Viel Arbeit lag vor den Mitgliedern des Vereins, von denen es heute 60 gibt und von denen viele handfest zupackten, wenn es um Arbeiten an dem Gebäude ging.

Aber Muskelkraft, Geschick und Pläne reichten nicht aus. Geld für Baustoffe musste her und für zahlreiche spezielle Arbeiten, die nur geschulte Handwerker ausführen können wie Elektroinstallation oder Dachdecken oder auch Malerarbeiten im Inneren eines Bauwerks, das zwar einst herrenlos war, aber nicht aus dem Blick des Denkmalschutzes verloren wurde.

Was kein Wunder ist für eine Kirche, deren Grundstein im 12. Jahrhundert gelegt wurde.

Am Ende waren es 1,8 Million Euro, die in die Sanierung der Kirche geflossen sind, von der Trockenlegung über den Innenausbau bis zum letzten Schliff am Turm.

Der dicke Scheck für den Verein. Foto: Gerd Wippert

Aber um dieses Geld investieren zu können, benötigte der Verein eigenes Kapital – über den Lauf der Jahre hinweg 300.000 Euro. Weil die nicht auf der Straße liegen, brauchte es neben den Bauplänen viele Ideen für die Geldbeschaffung.

Bereits 2009 organisierte der Verein die ersten Kulturveranstaltungen, die damals von 20 oder 30 Gästen besucht wurden. 17 Jahre später kommen im Durchschnitt mehr als 150 Besucher zu Kabarettveranstaltungen, Lesungen, Vorträgen und vor allem fantastischen Konzerten zehnmal im Jahr in die Kirche beziehungsweise ins Kulturhaus.

Ihre Eintrittsgelder wurden zu einem stabilen Bestandteil für notwendiges Eigenkapital. Begleitet werden die Veranstaltungen von Kaffeenachmittagen, für die Dutzende Familien im Dorf backen.

Viele helfende Hände werden jedes Mal benötigt, um die Veranstaltungen unter anderem mit dem

  • Schleppen von Stühlen und Bierzeltgarnituren vorzubereiten,
  • die Organisation vom Kartenverkauf bis zur Platzzuweisung durchzuführen,
  • Kaffee zu kochen, Kuchen zu verkaufen,
  • Geschirr abzuwaschen und
  • vor und nach den Veranstaltungen alles sauberzumachen.

Zudem fanden sich zahlreiche Spender, die Geld in die Kasse fließen ließen. So konnte bei staatlichen Stellen, unterschiedlichen weltlichen und kirchlicheren Stiftungen und anderen potenziellen Geldgebern die 1,5 Millionen Euro mit mühsamen Beantragungsprozessen, Rückschlägen, manchmal aber auch überraschenden Zuwendungen ergattert werden.

Dieses Durchhaltevermögen seit beinahe 20 Jahren, die Unmenge an ehrenamtlicher Handwerks- und Servicearbeit, die Organisation der Veranstaltungen ist es, was nicht nur die Vereinsmitglieder zusammengebracht hat, sondern der gesamten Dorfgemeinschaft zugutegekommen ist, neue Bekanntschaften und Freundschaften gefördert hat.

Und hier unterscheidet sich unser Ursprungsgedanke, die Kirche als Gotteshaus und kulturelle Begegnungsstätte im Dorf zu lassen, vom gleichnamigen und eingangs erwähnten Brettspiel ganz grundsätzlich.

Nie ging es darum, dass ein Einzelner irgendetwas gewinnt.

Unsere Sieger sind alle, die mitgearbeitet haben und es weiterhin tun und jene, die im Dorf mit den kulturellen Veranstaltungen, im Übrigen auch mit den vom Verein organisierten Seniorennachmittagen und den Landfrauentreffen, Abwechslungen und Vergnügen finden und somit Heimat erleben oder auch im Dorf die Chance haben, ihren christlichen Glauben zu leben.

Die Kirche ist saniert und wird weiter vom Verein gepflegt, repariert, instandgehalten.  

Die Kulturveranstaltungen gehen weiter. Schon deshalb, weil sie mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des dörflichen Lebens sind.

Allein das wird schon eine Herausforderung für die nächsten Jahren, zumal die Gründungsmütter und -väter von 2007 nicht jünger werden.

Aber begnügen wollen wir uns damit nicht – wir haben neue Projekte im Kopf.

Derzeit arbeitet der Verein an einem Vorhaben, das wiederum viel Arbeit und Geld benötigt.

Investiert werden Geld und Mskelkraft in den Ausbau eines Gebäudes, das – so der Plan – im nächsten Jahr mit Waren gefüllten Regalen und elektronischen Kassen bestückt wird, um wieder einen Lebensmittelladen im Dorf zu haben.

Insofern haben wir dann doch wieder Analogien zum Brettspiel. Wir machen weiter und bauen an unserem Dorf rund um die Kirche.

Die Kitzener im Reigen mit den anderen Ausgezeichneten. Foto: Gerd Wippert

Atemberaubendes  aus vier Jahrhunderten

Philippe Amadé Polyák (Violine) und Matthias „Matthieu“ Denef (Klavier) boten ein herausragendes Programm.

Die Überraschung kam nach der Pause. Als alle wieder ihre Plätze eingenommen hatten, machte sich Matthias „Matthieu“ Denef auf den Weg hinauf zur Orgelempore und ließ Johann Sebastian Bachs „Toccata“ erklingen. Die letzten Töne schwangen noch nach, als ihm Philippe Amadé Polyák von unten mit einem Violinensolo antwortete. „Es war eine spontane Entscheidung“, sagte Polyák nach dem Konzert.

Matthieu überraschte an der Orgel mit Bachs Toccata.

Mit der „Passacaglia“ des norwegischen Komponisten Johan Halvorsen hatte er sich ein berühmtes Stück ausgesucht, das für gewöhnlich im Duett mit Viola oder Violoncello gespielt wird, wie Polyák sagte. Aber auch in der Soloversion hatte es großen Reiz auf das Publikum und war eine gekonnte Antwort der feinen Art auf den gewaltigen Ton der 2025 sanierten Rühlmann-Orgel. Denef hatte schon vor Konzertbeginn die Orgel getestet und sich dann für die Überraschung entschieden.

Amadé antwortete auf die Orgel mit einem Violinen-Solo.

„Zeitlose Diamanten“ hat das Duo, das als „Matthieu & Amadé“ auftritt, sein Programm genannt, das es am Sonntag, dem 23. August 2026, den mehr als 150 Besucherinnen und Besuchern in der restlos ausverkauften Kitzener Kirche bot. Damit spannten sie einen zeitlichen Bogen über knapp 200 Jahre und damit vier Jahrhunderte Musikgeschichte. Der reichte von Antonio Vivaldis „Der Winter“ aus der Konzert-Sammlung „Die vier Jahreszeiten“ (1725) über Giacomo Puccinis „O mio babbino caro“ aus der Oper „Gianni Schicchi“ (1918) bis hin zu „No time to die“ aus dem James-Bond-Thriller „Keine Zeit zu sterben“, dessen Titelsong von Billie Eilish und ihrem Bruder Fineas stammt (2020). Letzteres war Teil von zwei Medleys mit acht Songs aus Bond-Filmen seit 1962.

Diese Mischung aus Titeln unterschiedlicher Zeitepochen von der Klassik bis zum modernen Rock und Pop machte den besonderen Reiz des Konzerts aus. Denef und Polyák führten ihr Publikum von einem Highlight zum anderen, was noch vor der Pause bei „Confutatis maledictis“ von Wolfgang Amadues Mozart in eine Bearbeitung von David Garrett für Violine und Klavier das Publikum von den Sitzen riss. Das Stück stammt aus dem Requiem d-Moll KV 626. Mit der Bearbeitung und der Interpretation wurde aus der eigentlichen Totenmesse eine mit anhaltendem Beifall bejubelte Lebenshymne.

Komplett auf einer Wellenlänge bei ihrem gemeinsamen Spiel.

Nach einem schnellen Wechsel zwischen den Jahrhunderten mit Stücken von Karl Jenkins (1995), Bond-Songs der 1960er Jahre, Niccolo Paganini (1829), Michael Jackson (1987), Bach (1731) und Teil zwei der Bond-Melodien der 1980er bis 2020er Jahre legten Matthieu und Amadé noch einmal richtig nach. Im Anschluss an den letzten Programmtitel „He’s a pirate“ aus dem Blockbuster „Fluch der Karibik“ (2003) von Klaus Badelt und Hans Zimmer gab es erneut stehend Ovationen und das Publikum wollte partout nicht gehen. Erst nach einer Zugabe mit dem 1904 von Vittorio Monti komponierten Csárdás, dessen Interpretation durch Denef und Polyák noch einmal ausgiebig gefeiert wurde, war es dazu bereit.

Hochkonzentriert und sehr emotional – Amadé.

Wer nach zwei Stunden Musik mehr Adrenalin im Blut hatte, Musiker oder Publikum, war am Ende nicht zu unterscheiden. Die Emotionen, die Matthieu und Amadé in ihr Spiel gebracht haben, hatten sich komplett auf die Besucher übertragen. „Darüber sind wir auch sehr glücklich“, sagte Denef im Anschluss und beide unisono, dass sie gern wiederkommen würden, was ganz offensichtlich die Konzertbesucher begrüßen würden.

Ebenso konzentriert und mitreißend – Matthieu.

Die beiden Musiker sind beinahe zufällig 2023 zusammengekommen. „Ich habe davor unter anderem in der Band Stilbruch gespielt. Matthias war bei einem unserer Auftritte zu Gast und hat mich angesprochen“, erzählte Polyák. „Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir auf einer Welle liegen“, ergänzte Denef. Diese gemeinsame Welle war übers gesamte Konzert hinweg spürbar.

Nicht enden wollender Applaus im Stehen vom begeisterten Publikum.
Bis auf den letzten Platz besetzt – die Kirche Sankt Nikolai in Kitzen.

Kitzen lebt

Liane und Steffen Lehmann.

Es hat sich schon ein wenig herumgesprochen: Seit einigen Tagen gibt es einen Song für Kitzen. Urheberin ist die Liane Lehmann, die zusammen mit ihrem Mann Steffen in Kitzen/Thesau die Medienagentur Videoproduktion Deutschland betreibt.

Bereits seit Jahren produzieren die beiden berufsmäßig Videos für Firmen, Vereine, Gesellschaften und den Privatgebrauch. „In diesem Jahr habe ich angefangen, unsere Videos mit eigener Musik zu unterlegen“, erzählt Liane Lehmann. Die Texte schreibt sie selbst, die Melodien generiert sie mit Hilfe Künstlicher Intelligenz am Computer. So ist rein technisch gesehene auch der Song „Kitzen lebt“ entstanden.

Aber nicht einfach aus einer Laune heraus. „Jeder macht ja im Leben so seine Erfahrungen. Das Zusammenleben der Menschen ist manchmal mit oft unnötigen Konflikten belastet. In unserem Land läuft auch nicht alles so, wie es die Menschen sich wünschen. Dabei brauchen wir doch Zusammenhalt und Gemeinschaft. Das, was der Förderverein für die Erhaltung der Kirche, aber ebenso für das Miteinander von Menschen bei der Sanierung und mit den vielfältigen kulturellen Veranstaltungen leistet, ist in Kitzen ein echter Leuchtturm.“ Dieser Einsatz und besonders das Engagement von Ingrid Riedel und Siegwald Bielesch vom Förderverein für die Kirchensanierung habe sie inspiriert, das Lied zu schreiben.

Zwei Tage lang hat sich Liane Lehmann mit dem Text beschäftigt und danach die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz genutzt, um eine Melodie dafür zu finden. „Es waren wohl an die 20 Versuche, ehe ich mit dem Ergebnis zufrieden war“, sagt sie. Als eine Art Vereinshymne stellt sie dem Verein den Song kostenlos zur Verfügung. Ihre Hoffnung ist, dass das Lied dazu beiträgt, die Bürgerinnen und Bürger von Kitzen zu motivieren, sich auch in Zukunft für ihren Ort einzusetzen, an Projekten mitzuarbeiten und sich mit ihrer Heimat zu identifizieren.

Über diverse Kanäle in sozialen Netzwerken hat sich der Kitzen-Song mittlerweile bereits verbreitet. „Zudem gibt es den Song für unsere ausländischen Nachbarn bereits in verschiedenen Sprachen.“ Auch darin sieht Liane Lehmann einen Beitrag, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Mittlerweile haben Liane und Steffen Lehmann weitere Projekte im Kopf. „Ich habe begonnen, auf entsprechenden Wunsch ganz individuelle Songs für Trauerfeiern zu kreieren, ebenso persönliche Geburtstagslieder oder Songs für Veranstaltungen wie Firmenjubiläen.“ Damit wollen die Videomacher ihr geschäftliches Portfolio erweitern.

Zu wem das „Kitzen lebt“-Lied noch nicht vorgedrungen ist, der kann es sich jederzeit auf Lehmanns Youtube-Kanal anhören. Hier ist der Link zu „Kitzen lebt“.

Mehr zu den Videomachern gibt es auf ihrer Internetseite Videoproduktiondeutschland.

Gespannt vor Kitzener Premiere

Ein Mann, seine Stimme und seine Gitarre. Das klingt wenig für ein Konzert. Und es ist, wenn man ihn gehört hat, so viel.

Zum ersten Mal in Kitzen: Abi Wallenstein.

„Ich war sehr gespannt auf Kitzen und das Publikum.“ Bei Auftritten in Kirchen habe er bemerkt, dass die Zuhörer zumindest anfangs verhalten und zum Teil etwas distanziert reagieren. „In Kitzen war das überhaupt nicht der Fall“, sagte Abi Wallenstein nach seinem Konzert in der Kirche Sankt Nikolai beim Kultursonntag des Fördervereins am 19. Juli 2026. „Ich möchte gern wiederkommen“, rief er vor den letzten Titeln unter donnerndem Applaus den 150 Besucherinnen und Besucher zu, die es nicht mehr auf den Sitzen hielt. Mit anderen Worten: Das Publikum würden ebenso gern den Mann, der letzten Dezember 80 Jahre alt geworden ist, wiedersehen und ihm zuhören. „Wir planen für 2027 ein weiteres Konzert mit Abi Wallenstein ein“, sagte Vereinsvorsitzende Ingrid Riedel im Anschluss.

Geheimtipp, Ikone, Urgestein – der Wahlhamburger, der in Jerusalem geboren wurde und seit 1960 in Deutschland lebt, gilt als einer der allerbesten Blues-Interpreten der Republik und wohl auch in Europa. Das bewies er an dem Sonntag in der Kirche Sankt Nikolai nachdrücklich.

Auch mal ohne Mikro, um das Publikum die Ursprünglichkeit des Blues erleben zu lassen.

Mit gut zwei Dutzend Songs nahm er sein Publik mit auf eine Reise durch beinahe 150 Jahre Bluesgeschichte. Der älteste Titel dabei: „Down by the Riverside“. Das ist der vermutlich erste Antikriegssong oder Friedenssong der Musikgeschichte. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) ist er als Gospel entstanden. Sein Verfasser ist unbekannt, aber seither wird das Lied in unzähligen Variationen gesungen und ist unter anderem als bluesige Interpretation bestens geeignet, Sänger und Publikum einander näher zu bringen. Wallenstein animierte die Besucher immer wieder zum Mitsingen diverser Refrains, und sein Auditorium ließ sich darauf ein.

Der Sänger startete in das Konzert ohne Mikrofon. „Damit ihr hört, wie Blues ursprünglich klang und gespielt wurde.“ Sugar Mama hieß der Titel, dessen Autor ebenfalls unbekannt ist, und der erstmals in den 1930er Jahren auf Tonträger gebannt wurde. Es folgten Songs aus den 1940er und 1950er Jahren, unter anderem von J. B. Lenoir (Good Advice und Never Go Back To Alabama). Weiter ging die Reise mit Eric Clapton (Sweet Home Chicago) und den Rollings Stones (Little Red Rooster und Honky Tonk Woman) sowie Chuck Berry (Carol) und vielen anderen bis in die 1970er Jahre hinein.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr.

Mit seiner etwas rauen und gleichzeitig sanften Stimme und seinem virtuosen Spiel auf der achtsaitigen Gitarre zog Wallenstein die Besucher immer wieder in seinen Bann. Vor allem deshalb, weil er von sich aus die Nähe und den Kontakt zum Publikum sucht. Die Gitarre, die er mitgebracht hat, stammt schon aus den 1970er Jahren. An der hängt Wallenstein ebenso wie an einer, die noch einmal zehn Jahre älter ist, „aber leider gerade repariert werden muss“.

Mit mittlerweile über 80 Jahren bezeichnet er die Auftritte als sein Lebenselixier. „Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich nehme keine Drogen. Meine Sucht ist der Blues“, sagt er im Gespräch im Anschluss ans Konzert. So lange Stimme und Finger mitmachen, will er spielen. Auch deshalb, „weil ich beim täglichen Üben immer wieder neues entdecke und dann mit auf meine Konzerte nehme“. Und das sind im Durchschnitt 100 bis 120 im Jahr.

Er könne das auch deshalb, weil „ich bei meiner lieben Frau auf Verständnis für meine Sucht stoße“, sagt er mit einem liebevollen Lächeln im Gesicht. Maryn Stucken teilt nach seinen Worten als Theaterregisseurin und Intendantin die Gefühle und die Leidenschaft des Künstlers.

Wer Abi Wallenstein am Sonntag in Kitzen verpasst hat, bekommt neue Chancen, wenn er am 3. Oktober in der Torgauer Kulturbastion, am 8. November im Schloss Dieskau und am 27. November in Geyserhaus in Leipzig ganz in der Nähe auftritt. Oder einfach abwarten, bis Abi Wallenstein im Laufe des Jahres 2027 wieder nach Kitzen zurückkommt.

Süße Träume am Sonntagabend

Die Sax’n bei ihrem jüngsten Auftritt in Kitzen.

Der Stoff, aus dem Träume sind. „Wir haben zum Auftakt unser Lieblingsstück gewählt“, sagte Sopransaxofonistin Alexandra Michaelis. Und das war „Sweet Dreams“ – Süße Träume. Die Entstehungsgeschichte des Songs ist es womöglich, die dazu geführt hat. Das britische Popduo „Eurythmics“ hat Anfang der 1980er Jahre damit die Chartlisten gestürmt. Annie Lennox soll gerade ihrem Partner David Stewart das Ende ihrer Beziehung verkündet haben. Und so etwas verarbeitet jeder anderes. Die beiden haben unter dem Eindruck eben „Sweet Dreams“ produziert – wie sich bei Wikipedia nachlesen lässt.

Von da an ging es am Schlag auf Schlag mit bekannten Songs der Rock- und Pop-Geschichte und der Kinohistorie, die mit vier Saxofonen und einem Schlagzeug in die wunderbare Akustik der Kitzener Kirche geblasen wurden. Alexandra Michaelis (Sopransaxofon), Luci Lux (Tenorsaxofon), Corinna Stieler (Baritonsaxofon), Isabell Rose (Altsaxofon) sowie René Scipio (Percussion) bereiteten den 150 Besucherinnen und Besuchern in der Kirche ein riesiges Vergnügen. Apropos René Scipio – der Schlagzeuger und bei verschiedenen Titeln auch der Arrangeur des Quintetts – ließ sich auch von einem Fußbruch nicht davon abbringen, die Saxofonistinnen zu begleiten. „Ich muss zwar ein wenig improvisieren, aber ich wollte die vier nicht hängen lassen“, sagte er.

Isabell Rose und Corinna Stieler – bei der Musik aus „Die glorreichen Sieben“ mit Westernhut.

Zumal „wir sehr gern nach Kitzen kommen“, erklärte Scipio, wenn er denn doch vom Schlagzeug im Hintergrund zur Moderation ganz nach vorn humpelte. „Das dauert zwar ein bisschen, aber ihr könnte die Zeit ja mit Applaus überbrücken.“ Den gab das Publikum bereitwillig von sich. Ohnehin wurde jeder einzelne Titel ausgiebig beklatscht.

Luci Lux und Alexandra Michaelis.

„Lady Marmalade“ zum Beispiel, jener Song mit dem die Girl-Group „Labelle“ 1975 einen Welthit feierte. Die Sax’n spielten ihn allerdings in der Version aus dem 2001 entstandenen Film „Moulin Rouge“, die damals von den Stars Christina Aguilera, Lil’ Kim, Mýa und Pink interpretiert wurde und erneut zum Welterfolg mutierte. Auch wenn genau dieser Titel bereits vor zwei Jahren beim hiesigen Auftritt der Saxofonistinnen erklang, den Konzertbesucher war das beim aktuellen Auftritt am 21. Juni 2026 egal, weil er eben auch im Sax’n-Sound hervorragend klingt.

Zumindest fürs Kitzener Publikum war die mittlerweile 66 Jahre alte Titelmusik aus dem Western „Die glorreichen Sieben“ neu. Wer diesen Klassiker noch einigermaßen vor Augen hatte, sah zur Musik von Elmer Bernstein die Helden Yul Brunner, Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz und Co. noch einmal ins mexikanische Dorf einreiten, um seinen Bewohnern gegen eine böse Bande beizustehen.

Trotz lädierten Fußes am Schlagzeug: René Scipio.

Ebenso wunderbar zeigten sich die Sax’n bei der Interpretation der „Bohemian Rhapsody“, die in der Mitte der 1970er Jahre der erste Nummer-eins-Hit von „Queen“ war und an deren unvergessenen Frontmann Freddie Mercury erinnert. Ist es eigentlich schwierig, einen solchen Titel für vier Saxofone zu arrangieren? Scipio, der neben seiner Tätigkeit als musikalischer Leiter der Sax’n und Arrangeur auch Solo-Schlagzeuger der Leipziger Oper ist, schüttelt den Kopf. „Bei solchen Ausnahmebands wie Queen ist musikalisch alles vorhanden, was man für ein solches Arrangement braucht.“ Das habe ihn vielleicht eine Stunde Arbeitszeit gekostet.

Das begeisterte Publikum geizte nicht mit Beifall für die Sax’n.

Zwei Stunden lang bliesen die vier Saxofonistinnen, was die Lungen hergaben. Nach dem Programm und zwei Zugaben waren die Musikerinnen geschafft. Allen voran Corinna Stieler, die mit ihrem Baritonsaxofon gleich gute acht Kilogramm an Hals und Armen hängen hat. „Aber ich liebe dieses Instrument“, sagte sie nach dem Konzert.

Übrigens gab es wie bereits bei den vorangegangenen Auftritten ein Versprechen: „Wir kommen wieder!“ Der Plan ist, es 2028 zu tun.  

Bundesweites Aufsehen

Ingrid Riedel (r.) begrüßte die Gäste und gab ihnen einen Überblick zur Sanierung der Kirche und zur Arbeit des Fördervereins.

350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesämtern für Denkmalpflege aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Wochenbeginn in Leipzig getagt. Am Dienstag machten sie sich in zwölf Gruppen auf den Weg zu diversen Denkmalen in der Region. Rund 40 von ihnen kamen am 9. Juni nach Kitzen, um die sanierte Kirche Sankt Nikolai in Augenschein zu nehmen.

Die Vorsitzende des Fördervereins der Kirche Sankt Nikolai Ingrid Riedel berichtete über die anderthalb Jahrzehnte der Sanierung der Kirche ebenso wie über das dafür in die Waagschale geworfene bürgerschaftliche Engagement sowie die Vielfalt der kulturellen Veranstaltungen, die seit 2009 angeboten werden. Ausdrücklich hob Riedel die Zusammenarbeit mit dem sächsischen Landesamt für Denkmalpflege hervor, auch wenn im Verlauf der Erneuerung des Gebäude manches strittig gewesen und vieles diskutiert worden sei. „Ich bin im Nachhinein froh über diese Zusammenarbeit und die Beratung der Denkmalpfleger“, sagte sie.

Stefan Reuther (r.) berichtete über die positiven Erfahrungen, die die Denkmalpfleger bei der Zusammenarbeit mit dem Verein gemacht haben.

Stefan Reuther vom Landesamt gab das Kompliment zurück. Man kenne sich mittlerweile seit 15 Jahren und habe gut zusammengearbeitet, betonte er. Reuther verwies darauf, dass auch die Denkmalpfleger in dieser Zeit und am Beispiel von Sankt Nikolai viel dazugelernt haben. „Wir haben zum Beispiel gemeinsam mit der Restauratorin viel experimentiert, was uns allen neue Erkenntnisse gebracht hat.“

Solche Treffen der Denkmalpfleger verbunden mit einem umfangreichen Erfahrungsaustausch gebe es einmal im Jahr, organisiert von der Vereinigung der Landesdenkmalämter, sagte Tom Pfefferkorn, der während seiner Tätigkeit im sächsischen Amt ebenfalls das Kitzener Projekt begleitet hat.

Reuther, Pfefferkorn und Riedel mussten währen der knapp zweistündigen Visite viele Fragen beantworten: von Farbgebung über die Art der Fassadengestaltung und Trockenlegung bis hin zum Umfang des Austausches von Bauelementen im Dachstuhl. Reuther zeigte den Gästen zudem, dass bei den Sanierungsarbeiten manches entdeckt wurde.

Das Tympanon am Nordportal, an dem jahrhundertealte Malerei entdeckt wurde.

Einen besonderen Aha-Effekt gab es bei den Teilnehmern der Exkursion am Nordportal der Kirche. Reuther zeigte ihnen das Tympanon, das Bogenfeld, am Portal. „Dort haben wir bei der Restaurierung Reste einer hunderte Jahre alten Malerei entdeckt. Im UV-Licht konnte man sichtbar machen, dass es sich um eine Majestas Domini handelt.“ Das lateinische „Majestas Domini“ steht für „Herrlichkeit des Herrn“ und war seit dem Mittelalter ein beliebtes Motiv, Jesus Christus segnend auf einem Thron zu zeigen. Reuther: „Es handelt sich um eine der ältesten Malereien in Sachsen.“ Dass in dem Fall kein UV-Licht zur Hand war, störte die Gäste nicht im Geringsten. Sie begeisterten sich anhand einiger weniger bei Normallicht zu sehender Farbreste.

Begeistert hielten die Teilnehmer der Exkursion Details fest, die im Zuge der Sanierung entdeckt wurden wie diese Malereien im Bereich des Altarraums.

Kühles Frühstück

Trotz des kühlen Wetters ließen es sich viele Besucher schmecken.

An einem 9. Mai im Freien zu frühstücken, das kann gut gehen, muss aber nicht. Vieles hängt vom Wetter ab. Bei mehr als 20 Grad wie eine Woche zuvor wären sicher deutlich mehr hungrige Mäuler gekommen. So blieb die zweite Auflage des vom Förderverein Kirche Sankt Nikolai organisierten Marktfrühstücks auf der Terrasse des Kitzener Kulturhauses hinter der Premiere im September des Vorjahres ein wenig zurück. Dennoch gingen gut fünf Dutzend liebevoll vorbereitete und leckere Frühstücksteller über den Tresen. Es gab Wurst, Käse, Marmelade und frische Brötchen. Dazu wurden Kaffee und Kakao ausgeschenkt – natürlich mit Milch von den heimischen Kühen der Agrarprodukte Kitzen. Später am Vormittag wurden zudem Bratwürste gegrillt. Zu kaufen gab es Honig, Wurstkonserven, Gemüse- und andere Pflanzen. Frischeprodukte wie Tomaten, Salat, Gurken und ähnliches wurde zwar von dem ein oder anderen nachgefragt, waren aber von den regionalen Erzeugern in dieser Jahreszeit noch nicht marktreif. Dafür hatte Winzer Patrick Gaudig aus Weißenfels-Kriechau das Angebot angenommen, sich mit den Ergebnissen der jüngsten Jahrgänge zu präsentieren. So wurde manches Glas Wein auch zur Vormittagsstunde konsumiert und manche Flasche mit nach Hause genommen.

Im Laufe des Vormittags gab es auch Bratwurst frisch vom Grill.

Trotz des unterkühlten Wetters war das zweite Kitzener Marktfrühstück vielen Besuchern ein guter Anlass, sich zu treffen, zu schwatzen und eben mal mit dem Frühstück aus dem sonstigen alltäglichen Rhythmus auszubrechen. Und ganz sicher: Es wird wieder kuscheligere Tage für das dritte Marktfrühstück geben.

Vor dem Kauf von Honig durfte auch gekostet werden.
Der Pflanzenverkauf kam gut an.

Blues aus der Nachbarschaft

Blues Projekt Vesta

Für viele kam es offenbar ganz überraschend per Pegauer Whats-App-Kanal am Mittwochnachmittag. Zum Himmelfahrtstag hatte die Kitzener Kirchgemeinde die Bad Dürrenberger Band Blues Projekt Vesta eingeladen. Vesta ist ein Ortsteil von Bad Dürrenberg. Die drei Herren an Gitarre, Bass und Schlagzeug hatten sich zudem noch einen Kollegen für die Orgel eingeladen, so dass zum Abschluss ein Zusammenspiel mit der ja erst im vorigen Jahr sanierten Rühlmann-Orgel gelang, das das Quartett zuvor noch nicht gemeinsam geprobt hatte. Mit einem Titel der britischen Band Procol Harum und dem Halleluja von Leonard Cohen setzten sie es gut in bluesige Rhythmen um. Zuvor bekamen die rund 40 Besucher in der Kirche Sankt Nikolai einen Mix aus gut einem halben Jahrhundert Blues und Rock zu hören. Titel von Bob Dylan (Knocking on heaven’s door), Bruce Springsteen (The River), Neil Young (Hey, hey, my,my und Like a Hurricane), CCR (Bad Moon Rising) und viele mehr fanden im Publikum Anklang.

Auch die Orgel erklang